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Schlechtes Gewissen? Nicht die Bohne!
 
 

 

Und nun geht's (doch nicht?) an die Börse ...

23.September 2004: Und schon wieder die Bummelbahn: Mehdorn wird aufgrund seiner (Ecstasy-?)geschwängerten Börsenphantasien, die von allen Wirtschafts"fachleuten" (diesmal sogar jeder Couleur) durchweg negativ bewertet werden, in den Verkehrsausschuss des Bundestages zum Anschiß bestellt. Der Feigling drückt sich aber. (Hat die euphorisierende Wirkung der kleinen bunten Kiffpillen etwa nachgelassen?) Zitat des verkehrspolitischen Sprechers der Unions-Bundestagsfraktion, Dirk Fischer, gegenüber der "Berliner Zeitung": "Der gesamte Verkehrsausschuss des Bundestages ist stinksauer auf den Bahnchef." Na-na, Herr Fischer, der arme Mann hat eh' schon genug zu ertragen, mit den ganzen Schnittwunden an seinen Händen vom Kartoffelschälen ...

© 2004 - FW

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Mehdorn langt wieder hin ...

21.September 2004: Und jetzt kommt die Quittung für das Manager-Selbsterfahrungs-Teamfähigkeitsbildungs-Abenteuerwochenende der Doitschen Bummelbahn: Die Bagaluten erhöhen mal wieder (übrigens zum dritten Mal innerhalb Jahresfrist) die Preise, auf daß noch mehr Bahnreisende auf die Straße oder in den bei Fernreisen ohnehin billigeren Luftraum ausweichen, was bei dem immer mehr ausgedünnten Streckennetz und schlechter werdenden Service ja auch zunehmend leichter fällt.

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Landtagswahlen im Osten: etablierte "Volks"-Parteien werden abgewatscht.

19. September 2004: NPD, DVU und PDS feiern bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen fröhliche Urständ.

Wer ist schuld? Auf jeden Fall immer die Anderen. Vor allem aber die Wähler.
Auf keinen Fall die eigene verfehlte Arbeitsmarkt-, Unternehmerunterstützungs- und Steuerpolitik.
Keine Widerrede!
Pikantes Detail zumindest in der Berichterstattung des online-Spiegel: sogar die ZehEssUuh gehört auf einmal zu den "etablierten Volks-Parteien". Ooooh Mann!

Daß das Wahlvolk (im Übrigen nicht nur im Osten, Stichwort: Saarland) sauer mit den Unternehmerlobbyisten ist, sollte bei HARTZ IV, Beschimpfungen durch den Bundeskanzler und der dreisten Selbstbedienerei sowohl bei den Unternehmern als auch deren Handlangern in der Regierung (Alfred Tacke und Co.) nicht mehr sonderlich überraschen.
   Deshalb nicht zur Wahl zu gehen, läßt sich vieleicht auch noch nachvollziehen. Was aber völlig gegen jeglichen Anstand und gesunden Menschenverstand verstößt, ist eine aktive Stimmabgabe für die ultrarechten Schlägertrupps auf der einen und die Altkommunistischen Betonköpfe auf der anderen Seite des politischen Spektrums (wenn man es denn überhaupt noch als solches bezeichnen darf, angesichts der Tatsache, das sich EssPeeDeh und ZehDeeUuh in allen Richtungen an Reform-Extremismus zu überbieten suchen, wobei die Gewinner und Verlierer interessanterweise immer die Gleichen sind.
   Es gab Zeiten, da war der eine Haufen die Unternehmerpartei, die anderen Chaoten stellten die Arbeitervertretung. Wer ist heute eigentlich wer? Beide kümmern sich ganz offensichtlich ausschließlich um gute Beziehungen zu denen, die anständig Wahl-Spenden und ihnen nach Ihrer stressigen Abgeordnetenzeit einen lukrativen Aufsichtsratsposten sichern.

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Bahn-Manager trainieren Häuserkampf und Geiselbefreiung

... im Angesicht der Bedrohung durch die vermehrte "Geiselnahme" von Bahnkunden in Flughafengebäuden durch immer billigere Flugreiseangebote?

Es war ein Führungskräfteseminar der besonderen Art: Bahnchef Hartmut Mehdorn und knapp 80 Spitzenkräfte des Konzerns haben sich bei der Bundeswehr drillen lassen. Ziel des Unterfangens, bei dem Geiselbefreiung und Häuserkampf aus dem Programm stand: den Teamgeist stärken.
... damit das mit dem Abzocken und gegenseitigen Steigbügelhalten noch besser klappt?

Bahnchef Mehdorn: "Ein Hauch von Überlebenstraining"

Der militärische Abenteuer-Ausflug führte die Bahn-Manager in der vergangenen Woche auf den bayerischen Truppenübungsplatz Hammelburg. Dort wollte die wegen angekündigter Preiserhöhungen und notorischer Verspätungen in Bedrängnis geratene Bahnführung sich an "originären Bestandteilen der Ausbildung der Infanterie" erproben, um Zusammenhalt und Teamgeist zu stärken, berichtet DER SPIEGEL. So durften die Teilnehmer der "Konzern-Führungskräfte-Konferenz" (KFK) diverse Mutproben ablegen: Kletterwände hochkraxeln, auf Drahtseilen balancieren oder sich an einem Tau über einen breiten Wassergraben schwingen.
... und dann trauen sie sich auch wieder unter das normale Volk, vor allem die Zug-Verspätungs-und-Komplettausfall-geschädigten Reisenden?

Auf einer "Ortskampfbahn", wo Grenadiere sonst den Häuserkampf trainieren, konnte Mehdorns Mannschaft dynamisch das "Verhalten in der Gruppe" üben. Selbst eine simulierte Geiselnahme stand für die - ganz militärisch - in vier "Züge" eingeteilte Bahner-Truppe auf dem Manöverprogramm. Abends gab es, wie ein Vorständler schwärmte, sogar "einen Hauch von Überlebenstraining": Die an Nobelrestaurants gewöhnten Manager mussten Gemüse schnippeln und Suppe kochen.
... zum Glück war dem Vernehmen nach auch ein Front-erfahrener Stabsarzt zugegen, um die schweren Stich- und Schnittverletzungen dieses Ausbildungsabschnitts zu behandeln.

Den Tag im "Biwakgelände Königsberg" beschloss ein Kameradschaftsabend am Lagerfeuer Natürlich!. Die Nacht verbrachten die Eisenbahner in Armee-Schlafsäcken auf Feldbetten in zwei Großraumzelten und am Mobiltelefon zwecks Terminabsprache mit ihrem Orthopäden ... - die wenigen Damen per Vorhang von den Herren separiert. Weil ein lautes Schnarchkonzert das "Ruhen im Feldlager" erschwerte, hatten einige Bahner Mühe, am nächsten Tag dem Vortrag des Brigadegenerals Johann Berger ("Anforderungen an die Führer der Infanterie") zu folgen.
... und gerade DA sollten diese Weicheier aber besser sehr gut aufgemerkt haben, denn die Welt wird auch auf den Bahnhöfen immer rauher!

Zuletzt hatte die Deutsche Bahn mit ihren umstrittenen Börsenplänen für Schlagzeilen gesorgt. Bahnchef Mehdorn hatte am Donnerstag verkündet, sein Unternehmen werde 2006 wie geplant kapitalmarktfähig sein Ist der AUCH in der EssPehDeh? (... wegen der Hellseherei! siehe hier). Die anhaltende Kritik der Verkehrsexperten des Bundestages sowie der Verbände BDI und DIHK hatte Mehdorn als Miesmacherei zurückgewiesen. Die Behauptung, dass die Bahn das Netz verrotten lasse, sei "völlig abwegig", hatte er gesagt. - und faustdick gelogen, siehe viele Strecken nicht nur hier im Nordwesten der Republik! Auch Klagen der Bahnindustrie, dass der Konzern praktisch nicht mehr investiere, wies er zurück ... was zumindest im Hinblick auf die managergehälter und Lustfahrten wie die oben beschriebene ja wohl zumindest von SEINEM Standpunkt aus auch stimmt!. In diesem Jahr werde die Bahn fast die gesamte Summe von 8,4 Milliarden Euro ausnutzen, die für Investitionen zur Verfügung stehe ... noch mehr Häuserkampfübungen?. Der Rest von 200 Millionen werde in Absprache mit dem Verkehrsministerium 2005 ausgegeben. ... für Toll-Collect, als Investition zur Überlebenshilfe!

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im Original: spiegel-online

FAZIT: Diese Herrschaften wissen ganz offensichtlich, wie man (zumindest persönliche) Schwerpunkte setzt. Aber solange die Kohle regelmäßig zumindest auf den eigenen Gehaltskonten einläuft, ist das ja auch nicht so sehr intellektuell belastend. Die Hauptsache ist doch, sie haben ein wenig Ablenkung von ihrem stressigen Job, verursacht durch eine vorwitzige Journaille, die immer häufiger ihre exorbitanten Gehälter in Frage stellt.
Nach Ihnen die Sintflut. Ein vernünftiges Lebensmotto für diese unsere Spaßgesellschaft. Nur so kommt man durch ...

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Dramatische Einbrüche bei der Rentenversicherung

Der gesetzlichen Rentenversicherung geht es deutlich schlechter als von der Bundesregierung prognostiziert. ... und wieder eine Lüge aufgeflogen. Nach vorläufigen Schätzungen gab es bei den Beitragseinnahmen in den Sommermonaten katastrophale Einbrüche. Mehreren Versicherern könnte bereits im Oktober das Geld ausgehen.

Hamburg - Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) hatte für das Gesamtjahr eigentlich ein Einnahmeplus von 0,6 Prozent erwartet Traumtänzerin? Hellseherin? Welche Partei? EssPehDeh? Ach soooo .... Nach Informationen des SPIEGEL hat es gemäß vorläufiger Schätzungen vor allem im Juli und im August - zunächst bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte, dann bei den Landesversicherungsanstalten - einen katastrophalen Einbruch gegeben.

Die Ursache dafür waren Kürzungen bei Gehältern und Urlaubsgeld sowie die ungebrochen schlechte Lage auf dem Arbeitsmarkt: Seit Monaten gehen an jedem Werktag etwa 2000 sozialversicherungspflichtige Jobs verloren.
... aber das gibt dann ja wieder reichlich neue Stellen! Hurra! Wie das geht, erklärt man uns dummen Grunzern leicht nachvollziehbar HIER!

Weil in der Rentenkasse zudem die Reserven nahezu aufgebraucht sind, rechnen mehrere Versicherer nun damit, daß ihnen spätestens im Oktober das Geld ausgehen könnte. Für diesen Fall müsste Finanzminister Hans Eichel mit Steuermitteln einspringen. Schlimmstenfalls, heißt es, müsse für das kommende Jahr sogar der Rentenbeitrag von derzeit 19,5 Prozent des Bruttolohns erhöht werden. Hört auf zu drohen, Ihr tut's doch sowieso!

© 2004 - FW

im Original: spiegel-online

Fazit: da setzt die Berliner Puppenkiste ein Großprojekt nach dem anderen in den Sand, senkt den Spitzensteuersatz für ca 5% der Einkommensbezieher (die "oberen Zehntausend"), denen es sowieso nicht weh tut, und die deshalb bestimmt nicht mehr Geld ausgeben werden, schon gar nicht innerhalb unserer Bananenrepublik, und wer zahlt wieder mal die Zeche? Richtig! Die, die ohnehin beinahe schon im Monatsrythmus immer weniger Kohle in der Lohntüte haben ...
   Man sieht, daß unsere Volksvertreter zumindest in einem Punkt bei unserem großen Bruder hinterm großen Teich gut aufgepaßt haben: bei der Umschichtung der Mittel von der breiten Masse zur "Elite".

   - Und wer ist dran schuld: Die SOZIALSCHMAROTZER! (Wer sonst?)

   - Aber wir wissen ja: Hartz IV wird's schon richten. Bestimmt. Doch. Ja. Sicherlich. Genau. Na klar. Unbedingt. Auf jeden Fall. Absolut. Unabwendbar.

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Schröder wirft Deutschen Schmarotzertum vor

Kanzler Schröder geht mit dem eigenen Volk hart ins Gericht. Es gebe hier zu Lande bis in den Mittelstand hinein Raffkes Sie meinen doch sicher, von oben herunter, oder?, die versuchten, so viele staatliche Leistungen wie möglich in Anspruch zu nehmen, stellte der Regierungschef fest. Diese Haltung könne den Sozialstaat zu Grunde richten.

Berlin - Die Mitnahme-Mentalität sei in Deutschland weit verbreitet, prangerte Gerhard Schröder in einem Interview an. Die Zeitschrift "Guter Rat" zitiert den Bundeskanzler mit den Worten: "In Ost wie in West gibt es eine Mentalität bis weit in die Mittelschicht hinein, dass man staatliche Leistungen mitnimmt, wo man sie kriegen kann, auch wenn es eigentlich ein ausreichendes Arbeitseinkommen in der Familie gibt." Die derart Beschuldigten übernehmen letztendlich nur das Verhalten des Oberstandes, der selbiges mit seinen 6- und 7-stelligen Einkommen vorlebt. Aber das sind für Ihresgleichen natürlich nur "Peanuts", denn die Ansichten über den Zahlen-Wert des Begriffes "ausreichendes Einkommen" gehen gerade hier immer mehr auseinander. Im Übrigen gibt es ja wohl noch immer die Pflicht zur Prüfung der Bezugsberechtigung für Leistungen wie HzL, Wohngeld, etc? Wenn hier ungerechtfertigterweise Leistungen genehmigt werden, ist dies doch wohl eher einer Verleitung zum Betrug von Seiten der genehmigenden Ämter gleichzusetzen, die bestehende Bestimmungen (wie überall woanders auch) zumeist aus schierer Bequemlichkeit mißachten. Beispiele für derart luschiges Verhalten in Ämtern sind schließlich Legion ...

Diese Haltung könne sich auf Dauer kein Sozialstaat leisten, ohne daran zu Grunde zu gehen, sagte Schröder weiter. Die Einsicht in die Notwendigkeit von Veränderungen der Sozialsysteme sei in der deutschen Bevölkerung sehr groß, "solange diese abstrakt bleiben". Aber die Einsicht schrumpfe sehr schnell, "wenn es konkret wird und der Einzelne Auswirkungen auf die eigene Lebenssituation befürchtet". Das sei zwar menschlich verständlich, aber kein Maßstab für eine verantwortungsvolle Politik. ... die allerdings in Berlin mit Sicherheit schon lange nicht mehr gemacht wird.

Schröder räumte ein, dass in den umfangreichen Anträgen zum neuen Arbeitslosengeld II möglicherweise zu intime Fragen beantwortet werden müssten. Ach Ja??? "Wo die Bürokratie im konkreten Fall über ihr Ziel hinausgeschossen ist (Nun ist also die Bürokratie schuld. Wie schön.), muß man das im Detail korrigieren", korrigieren? woher denn dieser plötzliche Sinneswandel, Herr Schröder? sagte er laut der Zeitschrift weiter. Der Nachweis einer Bedürftigkeit sei allerdings unumgänglich. ... und nach dem Einkassieren der privaten Rentenvorsorge ja wohl auch kein Problem mehr.

im Original: spiegel-online

Solange ein Weltecke nicht in der Lage ist, mit 8.000 (in Worten: ACHTTAUSEND!) € monatlicher Rente fürs Rumsitzen auszukommen, sollte dieser sich SOZIAL-Demokrat schimpfende Unternehmer-Lobbyist seine Vorwürfe vieleicht mal in eine andere Richtung lenken? Hier ist jetzt wohl das Faß endgültig voll. Die Schere geht immer weiter auf und den letzten beißen wieder mal die Hunde. Zu allem Überfluß wird dieser letzte dann auch noch auf das Übelste beschimpft und beleidigt. Es gibt sicherlich etliche Ganoven unter den "Sozialschmarotzern", aber das sind oft Leute mit akademischer Bildung, die die Lücken kennen und skrupellos ausnutzen. Nach Schröders Verständnis gehören Akademiker aber nicht unbedingt zum Mittelstand und sind schon garnicht darunter anzusiedeln.

   Diese Leute (z.B. Lehrer mit Dauerkrankengeld auf ihrer eigenen Safari-Ranch in Afrika, ehemalige Banker auf Sozialhilfe in ihrer Datscha in Florida usw. ...) haben schlicht und ergreifend das Wissen und die Chuzpe, sich schamlos auf Staatskosten die Eier zu schaukeln und dies auch noch ganz offen in exklusiven TV-Interviews zum Besten zu geben.

   DAS, lieber Herr Schröder, sind die Schmarotzer, genau wie die Leute, die "aus Liebe zum Automobil" den Abbau von 30.000 Arbeitsplätzen androhen, um noch mehr Reingewinn für ihre eigenen Taschen und weitere Steuervorteile zur Finanzierung der nächsten Übernahme zu generieren und dann trotz Erfüllung ihrer Wünsche in den kommenden Monaten mit einiger Sicherheit die Schneckenpost mit dem Kauf von 30.000 Briefmarken zu bereichern, um die Kündigungen zu verschicken!

Wie, Polemik? Wer? Ich? Er ist halt ein guter Lehrer!

© 2004 - FW

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Hellseherei, Teil ZWEI

OPTIMISTISCHE PROGNOSE:

"Wir werden Langzeitarbeitslosigkeit abschaffen"

Nach Einschätzung des SPD-Politikers Olaf Scholz werden die Hartz'schen Sozialreformen mittelfristig eine phänomenale Wirkung zeitigen. Wer richtig hinsieht, bemerkt, daß sie das JETZT schon tun! (s. nächster Beitrag) Spätestens 2014 werde es in Deutschland dank des Gesetzespakets der Koalition überhaupt keine Langzeitarbeitslosen mehr geben. DAS hatte der Hannoveraner schon für 2000 angedroht. Haben wir gelacht! 2010-Eimer-voll und den Rest in Tüten!

Berlin - "Ich bin überzeugt davon, daß wir keine zehn Jahre brauchen werden, um die Langzeitarbeitslosigkeit abzuschaffen", sagte der Hamburger Bundestagsabgeordnete und frühere SPD-Generalsekretär der "Berliner Zeitung". Schließlich habe man in Ländern wie Dänemark, den Niederlanden und Großbritannien die Langzeitarbeitslosigkeit mit ganz ähnlichen Maßnahmen Die Betonung liegt auf der Vokabel "ähnlichen" ... erfolgreich bekämpft. ... was man so unter "erfolgreich" versteht ...

"Wir sollten uns von der These verabschieden, daß uns die Arbeit ausgeht", sagte Scholz. ... und das trotz Massenentlassungen und Werksschließungen /-verlagerungen in Billiglohnländer?! "Das klingt zwar gefühlsmäßig einleuchtend, ist aber falsch."

Und hier nun der Brüller: lesen, nicht verstehen, nochmal lesen, Ungläubigkeit, ein drittes mal lesen, Lachkrampf abarbeiten:

Vielmehr führe ein größeres Angebot an Arbeitskräften überall dazu,
daß die Zahl der Arbeitsplätze steige
.

(?!!!)

WIE BITTE??? Derart gequirlte Fäkalien hat uns vorher auch noch keiner verkaufen wollen, passt aber gut in eine Kiste mit der Aussage, daß längere Lebens- und Wochenarbeitszeiten neue Stellen schaffen. Na klar. Allein schon die schnellere Vermittlung von Arbeitssuchenden helfe Frage: WER vermittelt überhaupt die Leute in WELCHE Jobs, egal wie schnell?, sagte Scholz weiter. Im gleichen Augenblick sinke dann die Arbeitslosigkeit und steige das volkswirtschaftliche Sozialprodukt. Er ist aber auch wirklich ein würdiger Nachfolger für einen gewissen Nostradamus ...

"Wenn alle zusehen, wo sie Stellen finden, die sie besetzen können, z.B. in China, Bulgarien, Rumänien, oder aber besonders toll: kopfloser LKW-Fahrer im Irak, knüppelschwingender Sittenwächter im Iran, Grenzposten auf den Golan-Höhen, Janjaweed-Steigbügelhalter im Sudan, etc, etc ... können wir uns allmählich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen", sagte der SPD-Politiker. DAS, lieber Herr Scholz, ist eine sowohl physikalische als auch technische Unmöglichkeit, insbesondere in der durch Ihresgleichen korrumpierten Bananenrepublik Deutschland! "Der Exportweltmeister Deutschland muss nicht auf Dauer mit mehr als vier Millionen Arbeitslosen leben. Das ist unplausibel." ... und wenn schon: für ein paar gewisse Herren funktioniert das doch ganz prima?!

im Original: spiegel-online

© 2004 - FW

Mit wem spricht der? Wovon spricht der? Wer bezahlt ihn für dieses Geschwafel? Wen will der eigentlich für dumm verkaufen? Und: merkt der überhaupt noch irgendwas?

Unser Vorschlag: Wie wäre es, lieber Herr Scholz, wenn Sie sich einfach ein neues Volk wählten, bevor das lästige und undankbare Stimmvieh SIE abschießt? Auf diesem Wege wären Sie nicht nur die Langzeit- und anderen Arbeitslosen los, sondern mit einem Schlage auch ganz bequem die dunkeldeutschen Montagsnörgler!

FAZIT: Es sieht ganz danach aus, als müsste mittlerweile jeder EssPeeDeh-Dummschwätzer seine (LSD-geschwängerten?) Visionen zum Besten geben, um in der Masse der begnadeten Hellsehergenossen nicht sang- und klanglos in der Bedeutungslosigkeit zu versacken, anders kann man diese Kakophonie von Euphemismen in einer sich selbst den Dümmeren unter uns konträr darstellenden Realität wohl kaum erklären ...

© 2004 - FW

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Hartz IV wirkt. - Zumindest in den Taschen der Versicherer ...

... und wie Hartz IV wirkt: wer eine Kapital-Lebensversicherung mit einem Ansparvolumen oberhalb der gnädigst gestatteten €200 pro Lebensjahr hat, kündigt selbige. Wie zu vernehmen ist, sind die Kündiger zum großen Teil Versicherte, die z.Z. noch nicht einmal akut vor dem Genuß der heilbringenden Reform stehen, selbiges aber für ihre nähere oder fernere Zukunft befürchten. Die Nutznießer sind hier eindeutig die Versicherer (und wieder scheißt der Teufel auf den dicksten Haufen), da sie natürlich nur den Rückkaufswert auszahlen. Und dieser liegt bekanntermaßen spürbar unterhalb der sich tatsächlich im Vertrag befindenden, durch Einzahlung und Verzinsung entstandenen Summe.

Allianz® und Co. danken: Gerd, Peter, Wolfgang und natürlich Mr. McKinsey!

FAZIT: Und endlich ergibt nun alles einen Sinn: nachdem die Renten vor ein paar Jahren dann ganz plötzlich nicht mehr sicher waren, wurden wir aufgefordert, uns von unserem ohnehin stagnierenden und durch grüne Steuererhöhungen (Öko- und andere) weiter reduzierten Einkommen selbst zu versichern, um überhaupt noch ein Leben nach der Arbeit leben zu können (Stichwort: Riester-Flop). Und jetzt, nachdem wir glaubten, hier noch ein wenig Reserven aufbauen zu können: schwupps! ist Gerd der Taschenspieler da und führt uns Peter Hartzdinis verschwindende Mäuse vor. Und weg ist die Kohle.
Was die Bande wohl noch alles aushecken wird?

Außerdem steht natürlich aus gutem Grunde und ebensolcher Tradition zu erwarten, daß die Versicherungs-Vertrags-Kündigungswelle denn auch in absehbarer Zeit wiederum eine Arbeits-Vertrags-Kündigungswelle bei den Versicherungskonzernen zeitigen wird. Egal. Ein paar tausend Arbeitslose mehr oder weniger, das stört doch keinen großen Geist, wie den der Herren Schröder, Hartz, Clement, Ackermann und Konsorten, denn DIE haben ihre Schäflein schon lange im Trockenen.
Wir müssen das halt alles viel globaler sehen ...

© 2004 - FW

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EXTRABLATT! - EXTRABLATT! Münteferings Blick in die Kristallkugel sieht den Widerstand schwinden! ENDLICH!

So langsam kommt's raus: das zweite Gesicht, will sagen, die Hellseherei, ist in der EssPeeDeh offensichtlich ein stärker vertretenes Phänomen als bisher befürchtet: nach Wolfgang-"die-Konjunktur-boomt!"-Clement, Manfred-"die-Maut-kommt-termingerecht"-Stolpe, Klaus-Uwe-"der-Mitgliederschwund-ist-beendet"-Benneter und nicht zuletzt Gerhard-"wir-halbieren-die-Arbeitslosen-Zahlen-in-den-nächsten-12-Monaten"-Schröder ist nun auch der gute Franz Müntefering in diesen illustren Olymp der Wahrsager aufgestiegen: Vollmundig tönt er vom Nachlassen des Widerstands gegen Hartz IV. Na klar. Wie wäre es denn zur Abwechslung mal mit dem (erfolgreichen!) Herbeireden von Arbeitsplätzen? Faselkopp!

Ausserhalb dieser Clique von schwafelnden Traumtänzern ergibt sich allerdings ein nicht unerheblich abweichendes Bild: Einer Umfrage des Münchner polis-Instituts für die dpa zufolge steht er erwartungsgemäß ziemlich einsam da mit seinen Rufen: Das Verständnis der Deutschen für Hartz IV ist in den vergangenen Wochen trotz massiver Euphemismen der Bundesregierung kaum gestiegen. 18 Prozent sehen die Notwendigkeit der Arbeitsmarktreformen ein, was allerdings nicht notwendigerweise den HARTZ-IV-Anteil derselben betreffen muß. Dagegen bemerken immerhin 15 Prozent, daß sie nun noch weniger Verständnis für die Hartz-IV-Reform hätten. Für 60 Prozent hat sich nichts geändert, sie sind nach wie vor gegen diesen irrealistischen blinden Aktionismus. Am stärksten stieg das Verständnis bei den SPD-Anhängern: 31 Prozent haben mehr Verständnis für Hartz IV entwickelt, allerdings sind auch 11 Prozent in eine ablehnendere Haltung verfallen.

Ach übrigens: "Realität an Müntefering! Hallohoo!": für den 13.09.04 sind nach Angaben der globalisierungskritischen Organisation Attac in rund 230 Städten und Gemeinden mal wieder die offensichtlich noch immer höchst beliebten Montags-Demonstrationen (gegen Hartz IV, Oooch, Mennooh!) angemeldet ...

FAZIT: So wie wir als Kinder laut gesungen oder gepfiffen haben, um den schwarzen Mann von unserem Mut zu überzeugen, wenn wir in den Keller geschickt wurden, um ein Glas eingeweckte Bohnen zu holen, so gebärden sich derzeit in realitätsverleugnender Manier die Akteure der Berliner Puppenkiste: Man weiß zwar, das es nix bringt, wenn der schwarze Mann tatsächlich mal da sein sollte, aber man kann's ja trotzdem mal versuchen. Wenn Außenstehende es auch als höchst kindliche und bei diesen Leuten nur noch als albern zu klassifizierende Verhaltensweise durchschauen, so beruhigt man doch zumindest die eigenen Nerven ...

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Jetzt kommt endlich mal einer, der ohne falsche Scham sagt, was die oberen Zehntausend tatsächlich wollen und denken:

(... das mit der falschen Scham war in den Kreisen aber ja ohnehin nie wirklich ein Thema, nicht wahr?)

Unser aller, unter Anderem mit Alt-Nazi-Unterstützung gewählter Bundespräsident, Horst Köhler, zeigt nun zur allgemeinen Erheiterung, aus welch' elitärem (Geld-Adel-)Stall auch er stammt:

   Zitat:
"Es gibt nun einmal in der Republik große Unterschiede in den Lebensverhältnissen. Das geht von Nord nach Süd wie von West nach Ost".
Weiter: Wer diese Unterschiede einebnen wolle, "zementiert den Subventionsstaat und legt der jungen Generation eine untragbare Schuldenlast auf. Wir müssen wegkommen vom Subventionsstaat."
Seine Essenz: "Deutschland muß sich vom Ziel gleicher Lebensverhältnisse verabschieden."

Schönen Dank für diese lange überfällige Aufklärung, denn bisher glaubten wir dummen Stimmviecher immer an die Gültigkeit zumindest einiger Passagen des Grundgesetzes, wie zum Beispiel jener, die da behauptet, alle Menschen seien gleich und hätten die gleichen Rechte auf "gleichwertige Lebensverhältnisse".

Lieber Herr Köhler: Das Problem sind nicht die Subventionen an sich, sondern die privaten Taschen der Seilschafter, in denen sie verschwinden: Treuhandbetrüger, Unternehmer, die mit Massenentlassungen drohen, etc, etc! Aber ich denke, das wissen Sie als ein am oberen Ende der Nahrungskette angesiedelter "Finanzfachmann" ohnehin besser als die Meisten, nicht wahr?

FAZIT: Hier war offensichtlich jemand zu lange in "Gottes großartigster Nation", um sich vom aktuellen "American way of Life", insbesondere den dort herrschenden extremen und sich unaufhaltsam weiter aufscherenden Verteilungsverhältnissen zwischen den Bushies und dem "Rest der Welt", als erstrebenswertes Lebensziel (zumindest für Dubya, Dick, Ken und Co.) noch distanzieren zu können?
   Dieser Tenor kristallisiert sich denn auch bei einer diesbezüglichen Passantenbefragung vor laufender Kamera heraus: Zitat: 'Der lebt außerhalb der Realität.', und Ähnliches ist dort zu hören.
- Ein Banker eben.
   Einen Zustand zu formulieren, ist eine Sache. Diesen Status Quo mit Hinweis auf eine untragbare zukünftige Schuldenlast (wo ist da der Unterschied zum aktuellen Zustand?) dann aber als unausweichlichen Dauerzustand festschreiben zu wollen, eine Andere ...

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DIE PRODUKTIVITÄTSFALLE

oder:

Wie Manager den Fortschritt ausbremsen,

es dabei interessanterweise aber immer wieder "managen",
- Anderen die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben,
- gleichzeitig gut auszusehen und vor allem
- immer noch mehr Kohle abzugreifen:

 

Original: Michael Kröger, spiegel-online

Einer (für die höher bezahlte Einsicht in den Unternehmensführungsetagen ganz sicher einfach nur ketzerischen, für alle Anderen dagegen schlicht und ergreifend altes Wissen bestätigenden) Studie zufolge gehen in deutschen Unternehmen pro Jahr und Mitarbeiter 74 Arbeitstage verloren, weil Manager falsch planen, schlecht anleiten oder Chaos anrichten. Verbesserungen in der Führung würden weit mehr bringen als die Verlängerung der Arbeitszeit oder Lohnkürzungen.
... lasst das mal nicht den McKinsey hören!

 

Und hier die traurigen Fakten:

- Wären die Auswirkungen nicht so negativ, könnte man (fast) darüber lachen ...

Berlin - Den Fehler bemerkten die Siemens-Kontrolleure eher durch einen Zufall. (Wie auch sonst, da QS ja offensichtlich bei Siemens keinen gesteigerten Stellenwert genießt, denn dann wäre das im Folgenden beschriebene Problem ja bei einer vernünftigen Musterprüfung sicherlich aufgefallen?!) Mit dezentem Warnton hatte das neue Handy eines Technikers das Ende der Akkulaufzeit angekündigt, um sich kurze Zeit später mit einem schrillen Kreischen automatisch abzuschalten. Was eigentlich als niedliche Melodie programmiert war, dröhnte plötzlich laut genug, um im Extremfall einen Hörschaden herbeizuführen.
Und da glaubten wir fortschrittsüchtigen Vieltratscher immer, die Dinger würden nur ein bisschen rumstrahlen und uns auf diesem Wege den noch nicht von Ecstasy und Koks zerfledderten, mehr oder weniger ausgelasteten Yuppie-Brägen grillen ...

Ein GAU nicht nur für die Verkaufsabteilung des Münchener Elektronik-Konzerns. Um den Fehler zu beheben, leisteten die Arbeiter am Band und in der Technikabteilung jede Menge Zusatzarbeit. Die Software musste neu programmiert und in langwierigen Testreihen überprüft werden. Am Band wurde jedes Handy einzeln aus der Verpackung genommen und mit der neuen Software bespielt. Erst gestern, knapp zwei Wochen nachdem das Problem bemerkt worden war, konnte Siemens Entwarnung geben. Für Besitzer der 65-Serie steht ein Update im Internet zum Herunterladen zur Verfügung. "Das war unser Elchtest", räumt ein Siemens-Sprecher selbstkritisch ein.
Selbstkritik? Doch wohl eher der Versuch, den Murks zu verniedlichen und herunterzuspielen!
- Und überhaupt: Wer da wohl gepetzt hat? Die fristlose Kündigung wegen Rufschädigung ist bestimmt schon raus!

Pannen wie der Softwarefehler des Siemenshandys sind nicht einmal außergewöhnlich, es gibt sie in jeder Branche. Meistens jedoch werden sie rechtzeitig bemerkt und dann vertuscht, als "Feature" angepriesen oder einfach abgestritten, so daß Abhilfe geschaffen werden kann, (aber nicht notwendigerweise ...) bevor der Fehler öffentlich wird. Ansonsten gibt es dann halt wieder mal ein sogenanntes Bananen-Produkt: Es "reift beim Anwender", auf den letztendlich aus Kostengründen schon seit geraumer Zeit jegliche Qualitätskontrolle abgewälzt wird. Auf jeden Fall aber geht den Unternehmen jedesmal wertvolle Arbeitszeit verloren. Die Ursache: unzureichende Kontrolle, fehlende Anleitung oder schlechte Organisation.

Nach Erkenntnissen der amerikanischen Unternehmensberatung Proudfoot Consulting, die jetzt eine Studie mit dem Titel "Managing for mediocrity" sinngemäß: "Mittelmaß in der Führungsetage" veröffentlichte, ist der Schaden auf Grund solcher alltäglicher Fehler gewaltig. Rechnet man alle Arbeitsstunden zusammen, in denen die Mitarbeiter deutscher Unternehmen 2004 herumsaßen oder nutzlose Arbeiten verrichteten, kommen pro Kopf 74 ganze Arbeitstage zusammen. Und ein großer Anteil davon ist auf schlechte Arbeitsorganisation zurückzuführen. - Nur, daß wir das richtig verstehen: "Arbeitsorganisation" ist eine der (wenigen!) Aufgaben der Spitzen-Abkassierer (neben dem Abkassieren ...) in den Unternehmen!? Den Verlust beziffern die Forscher auf insgesamt fast 190 Milliarden Dollar - 7,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

 

Nur 61 Prozent der Arbeitszeit sind produktiv

Die anderen Industrieländer schneiden nicht besser ab. Wie beruhigend! In den USA verschwendeten die Unternehmen von den durchschnittlich zur Verfügung stehenden 225 Arbeitstagen pro Arbeitskraft 96 Tage, in Frankreich waren es gar 127. Eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Gallup untermauert diese Zahlen. Danach schaffen die Unternehmen in den neun untersuchten Industrieländern im Durchschnitt gerade einmal gut 61 Prozent der maximal erreichbaren Produktivität - weit entfernt von den 85 Prozent, die die Forscher als Optimum betrachten.

Damit wirft die Studie ein ganz neues Licht auf die derzeit landauf, landab geführte Diskussion um Sparprogramme in den Unternehmen. Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich, Wegfall von Weihnachts- und Urlaubsgeld, Streichung von Pausen und Prämien - der Effekt ist gering im Vergleich zu dem, was die Unternehmen erreichen könnten, wenn sie nur die vorhandenen Ressourcen effektiv ausschöpfen würden - hat ein Unternehmen ein Wettbewerbsproblem, so geht dies in erster Linie auf das Konto der Bosse. ... nicht, daß das wirklich jemanden überrascht, der sich mit offenen Augen und wachem Verstand in der aktuellen Arbeitswelt bewegt (wenn er denn überhaupt noch einen Job hat, weil er nicht ZU wach ist ...)

Den Beleg für ihre These fanden die Berater vor Ort. Die Proudfoot-Experten beraten ihre Klienten, indem sie die Arbeitsvorgänge im normalen Unternehmensalltag beobachten, auf Schwachstellen hin analysieren und Verbesserungsvorschläge unterbreiten. Die Studie basiert auf den Erfahrungen von mehr als 10.000 Arbeitstunden und einer großen Zahl von Interviews mit den direkt verantwortlichen Managern. Eine Frage stand dabei immer im Mittelpunkt: "Wie kann ein Unternehmen oder eine Organisation die Mitarbeiter am sinnvollsten einsetzen, um eine möglichst hohe Produktivität zu erreichen?"
Nächste Frage: "Warum werden weiterhin gute, erfahrene Arbeitskräfte "freigesetzt", anstatt die sattsam bekannten Probleme zu beseitigen?"
Nächste nächste Frage: "Welcher Manager würde wohl freiwillig Fehler eingestehen, geschweige denn wegen eines Fehlers seinen Hut nehmen?"
- Danke für das Gespräch.

 

Maschinen allein schaffen keinen Fortschritt

In der Studie räumen die Experten auch mit einem Mißverständnis auf, das bislang als Faustformel im Unternehmensalltag galt: daß Produktivität in erster Linie durch Investitionen zu erreichen ist. Tatsächlich kamen aber bereits frühere Studien zu dem Schluß, daß lediglich 45 Prozent des Produktivitätszuwachses in den Industrieländern durch den Kauf leistungsfähigerer Maschinen erreicht werden. Den größeren Anteil von 55 Prozent erbringt dagegen nur eine Verbesserung der Arbeitsleistung: durch Fortbildung der Mitarbeiter, bessere Organisation der Arbeit und geradliniges Management.
Geradlinig? Wie soll das gehen, wenn die Verantwortlichen inklusive der Berater überwiegend damit beschäftigt sind, ihre zweifelhaften Erfolge zu feiern?

Die Gruppen- und Abteilungsleiter (WOHLGEMERKT: nicht die Entscheidungsträger ...) erkennen das Problem durchaus an. 40 Prozent der Befragten führten Fehler im Produktionsprozess auf ineffiziente Kontrollen und fehlende Anleitung zurück, nur wenige schoben sie auf unzureichende Technik (vier Prozent) oder die schlechte Qualifikation ihrer Mitarbeiter (acht Prozent).
Frage: "Wieso sind diese (für acht Prozent des Murks verantwortlichen?) Nieten überhaupt noch in Lohn und Brot?" Es gibt schließlich unter den viereinhalb Millionen (offiziellen!!!) Schmarotzern auch etliche, die keinen Job haben, weil sie "überqualifiziert" sind! Ach ja, nicht genug Vitamin "B". Das war's dann wohl ... ???!

Trotzdem unternehmen die Firmen-Chefs wenig, um das Problem zu beseitigen. "CEOs mögen die Schwächen erkennen, doch nur wenige beschäftigen sich damit, auf welche Weise sie selbst zur Schwächung der Produktivität beitragen", schreibt Nicolas Crafts, Ökonomie-Professor an der London School of Economics, in einem Vorwort zu der Proudfoot-Studie.
Die Passivität (- wohl doch eher die ARROGANZ?!) der Manager sei sehr bedauerlich, sagt Crafts. Denn ein Umdenken könnte der Schlüssel zu einem massiven Produktivitätsfortschritt in den nächsten Jahren sein. Wer hier zuerst die Initiative ergreife, könne sich wichtige Wettbewerbsvorteile verschaffen.
... solange man in den Kreisen der höher bezahlten Einsicht den Weg des geringsten Widerstandes geht, indem man sich vor Verantwortung drückt und die Schuldigen bei den nachgeordneten Chargen sucht und diese feuert, um die Produktionskosten dem selbstverursachten Pfusch anzupassen, und indem man die Gesellschafter mit Massenentlassungen von den tatsächlichen Problemen ablenkt (und mit seinen "Führungs"-"Qualitäten" beeindruckt!) und sich dann überdies für diese Art der Kostensenkung ganz ungeniert sein eigenes Gehalt jedes Jahr ohne Nachfrage im zwei- und sogar dreistelligen Prozent-Bereich erhöhen darf, wird sich hier wohl nichts ändern. Controlling erfordert nun mal mehr Verantwortung und (vor allem intellektuellen) Aufwand als ein paar Hundert oder Tausend facsimilierte Unterschriften unter (Massen-)Entlassungen, liebe Herren Hartz - ( von Pierer etc, etc ...)!

Welche Möglichkeiten hier schlummern, hat Crafts am Beispiel Großbritanniens ausgerechnet. Würde es gelingen, den Anteil der produktiv genutzten Arbeitszeit von 63 Prozent auf 70 Prozent zu verbessern, ließe sich das jährliche Wirtschaftswachstum um 2,2 Prozent steigern.
Wer hätte das gedacht? Die Bosse wohl eher nicht! Im Übrigen habe ich erhebliche Zweifel, daß das überhaupt gewollt ist, denn Klappern, so heißt es, gehört zum Handwerk. Und Klappern ist ganz sicher das, was diese Herren am besten können und aufgrund des allgemein großen Echos insbesondere in der Politik bei gleichzeitig geringstem Aufwand am liebsten tun ...

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FAZIT: solange noch nicht alle Unternehmensangehörigen unterhalb der Management-Etage von ihrem bisherigen zum "größten Arbeitgeber" der Bananenrepublik Deutschland gewechselt wurden, ist eine Änderung kaum absehbar. Der aktuelle "Arbeitsmarkt" ist ein gutes Indiz für diese Vermutung, genau wie die Tatsache, daß ausgerechnet eine dieser Oberluschen aus dem Management allen Ernstes behauptet, mit den nach ihm benannten und von McKinsey beratungstechnisch ausgekotzten, unrealistischen "Reformen" das Problem der Arbeitslosigkeit in den Griff bekommen zu können.

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